GEHÖRT: OHRWURM DER WOCHE # 53

de cinemaclaco

Brandt Rapsodie de Benjamin Biolay et Jeanne Cherhal.


© beim jeweiligen Rechteinhaber

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MEMENTO. MORI 42

von cinemaclaco

FRANK CAPRA (18.5.1987 – 3.9.1991)

Capra ist im Alter von 6 Jahren mit seinen Eltern aus Italien in die USA eingewandet. Seit jeher technisch begabt, schloss Capra 1918 sein Studium zum Chemieingenieur erfolgreich ab. Nach einem Armeeeinsatz, arbeitete er zunächst als Vertreter für eine Fotofirma, ehe er auf eine Anzeige für ein neues Filmstudio stieß. Dort arbeitete er erst als Gag-Schreiber – und auch als Statist für einen Film von JOHN FORD – ehe er selbst als Regisseur tätig wurde. Seine Filmerfolge ermöglichten dem Poverty Row Studios den Durchbruch im Filmgeschäft unter neuem Namen: Columbia Studios. Zusammen mit WILLIAM WYLER und GEORGE STEVENS gründete er später die Produktionsfirma ’Liberty Films’. Capra war zudem der erste Präsident der Directors Guild, der Gewerkschaft der Filmregisseure. Capra gilt filmgeschichtlich v.a. als Erfinder der Screwball-Komödie. ES GESCHAH IN EINER NACHT ist eine auch heute noch sehr sehenswerte Liebeskomödie. Der Film wurde in den 5 Hauptkategorien mit dem Oscar ausgezeichnet.

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Zahlreiche seiner Filme sind märchenhafte Sozialutopien, die vom kleinen Mann der Mittel- und Unterschicht und seinem amerikanischen Traum handeln. Über IST DAS LEBEN NICHT SCHÖN? sagte er: “Alles, was ich jemals sagte wollte, ist in diesem Film.“

Unsere Filmempfehlung: IST DAS LEBEN NICHT SCHÖN? (USA 1946)


© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb und Arne Reimer

MEMENTO. MORI 41

von cinemaclaco

MILOS FORMAN

18.2.1932 – 13.04.2018

Kinoerlebnisse wie DIE VERKAUFTE BRAUT von Max Ophüls oder Walt Disneys SCHNEEWITCHEN UND DIE SIEBEN ZWERGE prägten schon im Kindesalter Formans Vorliebe für romantische Stoffe und märchenhafte Figuren. Im Schultheater wirkte er als Schauspieler, Kostüm- und Bühnenbildner. 1950 nahm ihn die Prager Filmakademie in der Abteilung für Dramaturgie auf. Forman trug wesentlich zur tschechischen Nouvelle Vague bei. Nachdem in den 1960er Jahren einer seiner Filme von der Kommunistischen Partei verboten wurde, emigrierte Forman über Paris in die USA. Dort arbeitete er sich, der englischen Sprache zunächst nicht mächtig, langsam über den Posten als Drehbuchautor zum Regisseur empor.

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Erst 1975 gelang ihm der Durchbruch in den USA: EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST wurde zum Kultfilm einer Generation, deren Vertrauen in die institutionalisierte Autorität gebrochen war. Der Film erhielt 5 Oscars, darunter den Regie-Oscar und jenen für den Besten Film. Mit HAIR und RAGTIME drehte er erfolgreiche Filme, der internationale Erfolg kam mit AMADEUS, der 8 Oscars gewann. Seinen letzten Film setzte er 2009 um.

Unsere Filmempfehlung: VALMONT (GB/F 1989).


© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb

MEMENTO. MORI 40

von cinemaclaco

ISABELLE COIXET * 9.4.1960 in Sant Adrià de Besòs, Spanien

Coixet, die Geschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte an der Universität von Barcelona studierte, hat im Alter von 19 Jahren begonnen, als Werbetexterin zu arbeiten. Später war sie als Kreativdirektorin bei der Werbeagentur JWT und als Werbespotregisseurin tätig und gründete die Kreativ-Agentur ’Target’ sowie die Produktionsfirmen ’Edie Saeta’ und ’Miss Wasabi Films’. Zudem schrieb sie für die bedeutende spanische Filmzeitschrift Fotogramas. Sie hat zahlreiche Preise für ihre Werbearbeiten gewonnen; zu ihren Kunden zählten u.a. BMW, IKEA und Pepsi.  Ihr Spielfilmdebüt gab sie 1989 mit Demasiado viejo para morir joven, für das sie auch das Drehbuch schrieb. Wenngleich als beste Nachwuchsregisseurin für den Goya nominiert, erschien ihr nächster Film erst 1996. Beide Filme liegen in Deutschland nicht auf DVD vor.

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Der Durchbruch gelang Coixet mit MEIN LEBEN OHNE MICH aus dem Jahr 2003. Bei den Goyas (dem spanischen Oscar) 2006 dominierte ihr nächster Film DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE, in dem ebenfalls Sarah Polley mitspielte. EINE KARTE DER KLÄNGE VON TOKIO nahm am Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes im Jahr 2009 teil. Dieses Jahr gewann THE BOOKSHOP – DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN bei den Goyas die Preise in den Kategorien bester Film, bestes Drehbuch und beste Regie. Bundesstart, des auf der Berlinale 2018 uraufgeführten Films, ist am 10. Mai 2018.

Unsere Filmempfehlung: LEARNING TO DRIVE (GB/USA 2014)


© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb

MEMENTO. MORI 39

von cinemaclaco

ALAN J. PAKULA

(7.4.1928 – 19.11.1998)

Alan Jay Pakula wurde 1928 in der Bronx, New York geboren und starb 1998 bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von New York. Pakula wollte eigentlich Psychoanalytiker werden. Während seiner Schulzeit schrieb der Sohn polnisch-jüdischer Eltern erste dramatische Einakter. Nach dem Schulabschluss arbeite er für eine Theateragentur und schrieb sich dann in Yale ein. 1948 absolvierte er dort die Drama School. Nach der Uni arbeitete er in der Zeichentrickabteilung von Warner. Dank einer kurzen Praktikantentätigkeit bei MGM gelang es Pakula Produktionsassistent bei Paramount zu werden. Als Produzent zeichnete er u.a. für WER DIE NACHTIGAL STÖRT verantwortlich.

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Bereits mit seiner zweiten Regiearbeit KLUTE gelang Pakula eine meisterhafte Außenseiter- und Kriminalstudie. Mit ZEUGE EINER VERSCHWÖRUNG wandte er sich erstmals der Verbindung zwischen dem Politischen und dem Privaten zu. Pakula ist filmgeschichtlich für seine Verschwörungsthriller bekannt. KLUTE, ZEUGE EINER VERSCHWÖRUNG und DIE UNBESTECHLICHEN wurden in der Kritik häufig als Paranoia-Thriller bezeichnet. Nicht nur mit SOPHIES ENTSCHEIDUNG, für den Meryl Streep einen Oscar gewann, bewies sich Pakula als ausgezeichneter Schauspiel-Regisseur.

Unsere Empfehlung: ALL THE PRESIDENT’S MEN – DIE UNBESTECHLICHEN (USA 1976)


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GEFELICITEERD: J.S. BACH

Johann Sebastian Bach wird am 21. nach julianischen Kalender oder 31. März nach gregorianischen Kalender 1685 in Eisenach geboren. Sein musikalisches Talent muss er wohl in die Wiege gelegt bekommen haben, denn er ist Sprössling einer großen Musikerfamilie, die über einen Zeitraum von 150 Jahren immer wieder Hof- und Kirchenmusiker hervorgebracht hat. Im Elternhaus von Johann Sebastian wird viel musiziert, sein Vater Ambrosius Bach spielt Orgel, Violine und Trompete. Da Bach seine Eltern bereits im Alter von zehn Jahren verliert, wächst er bei seinem älteren Bruder Johann Christoph in Ohrdruf auf. Bachs musikalische Fähigkeiten machen sich früh bemerkbar. Schon als Kind soll er Noten aus dem Schrank seines Bruders genommen haben, um sie zu studieren und abzuschreiben.

1723 wird die Position des Thomaskantors in Leipzig frei und Bach ergreift diese Gelegenheit. Sein letzter Berufswechsel steht bevor. In Leipzig unterrichtet er nicht nur die Thomasschüler, hier ist Bach auch für die gesamte Kirchenmusik verantwortlich. Bach absolviert ein außergewöhnliches Arbeitspensum. Für jeden Sonntag und jeden Festtag komponiert er eine Kantate, die er anschließend noch mit dem Chor und den Musikern einstudiert. In Leipzig entstehen die großen Vokalwerke wie die Johannes- und die Matthäuspassion, Oratorien, die das Leiden und Sterben Jesu Christi thematisieren. Die Matthäuspassion stellt einen Höhepunkt seines Schaffens dar und ist mit knapp drei Stunden Aufführungspraxis eines der umfangreichsten Werke von Bach. Gesichert ist, dass die Matthäuspassion an einem Karfreitag, am 15. April 1729, in der Leipziger Thomaskirche zum ersten Mal aufgeführt wurde.


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