MEMENTO MORI 23

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CLINT EASTWOOD

* 31.5.1930 in San Francisco, Kalifornien, USA

Eastwood studierte Musik und arbeitete u.a. als Holzfäller und Lagerarbeiter ehe er 1951 in die Army einberufen wurde und dort jemanden kennenlernte, der ihm nahelegte eine Schauspielschule zu besuchen. Nach Engagements für das Fernsehen wurde er ab den 1960er Jahren – als wortkarger Westernheld bei SERGIO LEONE und unangepasster Actionheld Dirty Harry für DON SIEGEL – zu einem der weltweit erfolgreichsten Stars und ist seit PLAY MISTY FOR ME – SADISTICO, aus dem Jahr 1971, auch ein renommierter Filmregisseur und Filmproduzent.

1995 trat er in eigener Regie in THE BRIDGES OF MADISON COUNTY – DIE BRÜCKEN AM FLUSS als romantischer Liebhaber von Meryl Streep auf und fand in dieser ungewohnteren Rolle großen Zuspruch beim Publikum. Für seinen Western UNFORGIVEN – ERBARMUNGSLOS gewann er ebenso 2 Oscars wie für das Drama MILLION DOLLAR BABY. Bis TROUBLE WITH THE CURVE – BACK IN THE GAME (2012) agierte der Haudegen vor der Kamera. Als  Schauspieler kann er 68 Filme auf seinem Filmkonto verbuchen. Als Regisseur hat er  – einschließlich AMERICAN SNIPER – immerhin 37 Filme gedreht und ist momentan mit der Fertigstellung von SULLY, einem Biopic über Chesley Sullenberger beschäftigt.

FILMEMPFEHLUNG: BREEZY – BEGEGNUNG AM VORMITTAG (CLINT EASTWOOD, USA 1973)


 Copyright beim jeweiligen Rechteinhaber

GELISTET: Highlights der letzten Kinowoche

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  1. CROUPIER (Mike Hodges, Großbritannien / Deutschland / Frankreich 1997)
  2. Preisverleihung Deutscher Filmpreis
  3. THE WHISPERING STAR (Sion Sono, Japan 2015)
  4. Kleine Schule der Beweisführung von Julian Rauter, Lofft Leipzig, UA 05/2016 + Stückeinführung mit dem Medienwissenschaftler Dr. Florian Mundhenke zum Thema amerikanische TV-Serien
  5. SONITA (Rokhsareh Ghaem Maghami, Iran / Deutschland / Schweiz 2015)

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb

MEMENTO MORI 22

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Sydney Pollack

(1.7.1934 – 26.5.2008)

Im Alter von 17 Jahren zog der angehende Schauspielstudent nach New York, um sich am Neighborhood Playhouse einzuschreiben. Der damalige Leiter der Schule erkannte sein Talent und bot ihm nach einem zweijährigen Studium eine Assistentenstelle an. Im Anschluss an die Lehrtätigkeit etablierte sich Pollack mit Hilfe von JOHN FRANKENHEIMER als Darsteller. Frankenheimer überredete ihn auch nach Hollywood zu kommen, stellte ihn zunächst als „dialogue coach“ ein und unterstützte ihn in den 1960er Jahren bei Pollacks Vorhaben TV-Regisseur zu werden.

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Als Spielfilmregisseur machte sich Pollack einen Namen als ’actor’s director’, als Regisseur, der es stets verstand sein Schauspielerensemble zu außergewöhnlichen Leistungen anzuspornen. Pollack arbeitete oft mit ROBERT REDFORD zusammen, erstmals in DIESES MÄDCHEN IST FÜR ALLE, an dessen Drehbuch auch F.F. COPPOLA herumgedoktert hatte. Erneut mit Redford drehte er  JENSEITS VON AFRIKA, den Kultfilm der 1980er Jahre schlechthin, und löste im Alleingang einen Filmtrend für epochale Liebesgeschichten und einen Boom von Safarimode aus, außerdem etablierte er Meryl Streep als furchtlose Charakterdarstellerin und konnte schlussendlich für das Melodrama gleich zwei Oscars für die Beste Regie und als Produzent für den Besten Film entgegennehmen. Pollack hat 35 Filme gedreht, in 38 Filmen u.a. MICHAEL CLAYTON mitgespielt und zeichnete für 49 Filme als Produzent – etwa für BREAKING AND ENTERING – EINBRUCH UND DIEBSTAHL – verantwortlich, ehe er am 26. Mai vor acht Jahren verfrüht und mitten in neuen Filmprojekten verstarb.

Filmempfehlung: DIE DREI TAGE DES CONDOR (Sydney Pollack, USA 1975)


© Photo der Serie: Arne Reimer, Photo des Regisseurs: Alex Majoli, Text: cinemaclaco

MEMENTO MORI 21

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THOMAS VINTERBERG

(*19. Mai 1969 in Kopenhagen/Dänemark)

Thomas Vinterberg wuchs in einer sozialistischen Hippiekommune auf und ist Absolvent der Danske Filmskole. Bereits sein Abschlussfilm ZWEI HELDEN wurde von der Kritik positiv aufgenommen und gewann Preise auf Filmfestivals in Tel Aviv und München. Vinterberg gilt neben LARS VON TRIER (Vgl. Memento Mori 14) als Begründer der Dogma-Bewegung, die sich 1995 eine grundlegende Erneuerung des Kinos auf die Fahnen geschrieben hatte. Mittels verschiedener Spielregeln, d.h. eines strikten Regelkataloges, der den Gebrauch von Handkameras sowie den Verzicht auf Kostüme und im nachhinein eingespielte Musik vorsah, sollte Filmemachen seine riskante, spielerische Komponente zurückgegeben werden. Vinterberg drehte mit DAS FEST den ersten Dogmafilm, dem ein internationaler Erfolg beschieden war und für den er 1998 die Goldene Palme in Cannes erhielt. 2002 wandte er sich von Dogma ab und drehte in Hollywood den von der Kritik verhalten aufgenommenen Thriller IT’S ALL ABOUT LOVE.

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2008 wurde die Dogma-Bewegung um Vinterbeg, VON TRIER und KRAGH-JACOBSEN mit dem Europäischen Filmpreis in der Kategorie Beste europäische Leistung im Weltkino bedacht. Mittlerweile haben sich Vinterberg-Filme neben jenen von Lars von Trier als die wichtigsten dänische Exportartikel der Filmbranche etabliert. Auch die Zusammenarbeit mit Drehbuchautor und Regiekollegen Tobais Lindholm ist besonders produktiv: Nach JAGDEN und KOLLEKTIVET ist das kreative Duo nicht zu stoppen und hätte mit BUNCH bereits das nächste gemeinsame Filmprojekt in der Pipeline.

FILMEEMPFEHLUNG: KOLLEKTIVET (Thomas Vinterberg, Dänemark/Schweden/Niederlande 2016)


 

Geteilt: Fernsehtipp für Pfingstmontag

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WENN DER POSTMANN ZWEIMAL KLINGELT – ist eine aufregende Neo-Noir-Neuverfilmung (1981, Regie: Bob Rafelson) des gleichnamigen Romans von James M. Cain, mit Jack Nicholson und Jessica Lange: Vagabund Frank (Jack Nicholson) wird von Tankstellenbesitzer Nick (John Colicos) eingestellt und geht eine verhängnisvolle Beziehung mit dessen Frau Cora (Jessica Lange) ein – am 16. Mai um 20:15 Uhr auf arte.

Filmtipps zum Fernsehtipp sind drei weitere Ad­ap­ti­onen des Krimis: Ossessione – Besessenheit (Luchino Visconti, Italien 1943), Jerichow (Christian Petzold, D 2008) und  The Postman Always Rings Twice – Im Netz der Leidenschaften (Tay Garnett, USA 1946).

© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb


MEMENTO MORI 20

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DAVID CRONENBERG

(*15.05.1943 in Toronto, Kanada)

David Cronenberg begann bereits während seiner Schulzeit Kurzfilme zu drehen und Texte zu schreiben. Nach einem Literaturstudium an der University of Toronto arbeitete er kurzzeitig für das kanadische Fernsehen und drehte Werbespots. Von seinen Fans als „Dave Deprave“ (der verderbte Dave) gefeiert und von den Zensoren geplagt, erlangten seine Horrorfilme PARASITEN und RABID – DER BRÜLLENDE TOD schnell Kultstatus.

David Cronenberg

Filmhistorisch geschätzt wird der „Baron of Blood“ als Begründer einer Stilrichtung des Horrorfilms, die gelegentlich als „Body horror“ (Körperhorror) bezeichnet wird. Body horror entsteht aus der Furcht vor körperlichen Veränderungen, die aus unkontrollierbaren Fremdkörpern und Infektionen resultieren. Seit DIE UNZERTRENNLICHEN, NAKED LUNCH, und eXISTENz wird er mehrheitlich nicht mehr als Genreregisseur sondern als Autoren-Filmer wahrgenommen. Mit SPIDER vollzog er vorerst eine Abkehr vom körperlichen Horror. Vor allem in der produktiven Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Viggo Mortensen verknüpfte Cronenberg psychologische Aspekte des Horrors mit Körperlichkeit und Gewalt z.B. in EASTERN PROMISES – TÖDLICHE VERSPRECHEN oder A DANGEROUS METHOD – EINE DUNKLE BEGIERDE. In COSMOPOLIS und MAPS TO THE STARS, seinen vorerst letzten Arbeiten – ohne Mortensen -,  beschäftigte sich David Cronenberg erneut mit Oberflächenästhetiken. Beide Filme spiegeln zudem einen selbstreflexiven Standpunkt zum Studiosystem Hollywoods wider. Cronenberg scheint  in seiner siebenten Dekade erneut bei seinen künstlerischen Anfängen angekommen zu sein, so veröffentlichte  der 71-Jährige 2014 seinen Debütroman „Consumed“ / „Verzehrt“ (Übersetzung: Tobias Schneider, S. Fischer Verlag, Frankfurt/M 2014, 400 Seiten, ISBN 978-3-10-010233-1) und dreht seit MAPS TO THE STARS ausschließlich Kurzfilme.

FILMEMPFEHLUNG: A HISTORY OF VIOLENCE (David Cronenberg, USA/D/Kanada 2005)

© Photo der Serie: Arne Reimer, Photo des Regisseurs: Nicolas Guerin, Text: cinemaclaco