GETEILT: GOOD MORNIN‘!

von cinemaclaco

Guten Morgen! SINGIN‘ IN THE RAIN – DU SOLLST MEIN GLÜCKSSTERN SEIN (Stanley Donen, Gene Kelly, USA 1952) ist einer meiner Lieblingsfilme. Wie traurig war ich eben zu hören, dass Debbie Reynolds, die Sängerin und letzte Überlebende dieses Trios, gestern verstorben ist.

Die Lektüreempfehlung zum Filmclip ist Peter Wollens Analyse des Kultmusicals.


© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb

KINO: TOP 10, Juli – Dezember 2016

von cinemaclaco

  1. LES CHÂTEAUX DE SABLE (Olivier Jahan, Frankreich 2015)
  2. LA LA LAND (Damien Chazelle, USA 2016)
  3. ARRIVAL (Denis Villeneuve, USA 2016)
  4. JULIETA (Pedro Almodóvar, Spanien 2016)
  5. CAFÉ SOCIETY (Woody Allen, USA 2016)
  6. L’AVENIR (Mia Hansen-Løve, Frankreich 2016) / ELLE (Paul Verhoeven, F/D/B 2016)
  7. MAGGIE’S PLAN (Rebecca Miller, USA 2015) / ALOYS (Tobias Nölle, CH/F 2016)
  8. MAL DE PIERRES (Nicole Garcia, Frankreich/Belgien 2016)
  9. IRRÉPROCHABLE (Sébastien Marnier, F 2016) / LOTTE (Julius Schultheiß, D 2016)
  10. MA VIE DE COURGETTE (Claude Barras, Schweiz/Frankreich 2016)

Quilty Pleasure:

  1. BRIDGET JONES‘ BABY (Sharon Maguire, USA 2016)
  2. THE MAGNIFICENT SEVEN (Antoine Fuqua, USA 2016)

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Kino an Weihnachten und Silvester

von cinemaclaco

Jenseits der traditionell am Weihnachtstag (11 Uhr) in der Passage und in der Schauburg (13:30 Uhr) stattfindenden Vorführungen mit Weihnachtsgeschenken für die jüngsten Kinogänger gibt es in Leipzig an den vier Feiertagen gutes Kino, Previews und liebevoll kuratierte Filmprogramme zu erleben.

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Der 1. Feiertag ist zugleich der Geburtstag des ältesten Leipziger Lichtspielhauses. Am 25.12.2016 feiert das UT Connewitz seinen 104. Geburtstag mit der Projektion einer 35mm-Kopie von DER NAME DER ROSE (Jean-Jacques Annaud, Frankreich/Italien/D 1986). Filmbeginn ist 20:00 Uhr. Das Palimpsest zu Umberto Ecos Namen der Rose wird für moderate 4 oder 5 € aufgeführt; zeitig ins Kino zu kommen, lohnt sich, denn die Sitzplätze nahe des Heizkellers (also in der letzten Reihe vor dem Projektor) sind am wärmsten.

In einer Preview wird am 26.12.2016 LA LA LAND (Damien Chazelle, USA 2016) um 16:30 Uhr in der Passage gezeigt. Der Regisseur verbeugt sich darin tief vor seinen Lieblingsfilmen u.a. REBEL WITHOUT A CAUSE (Nicholas Ray, USA 1955). Damien Chazelle, im letzten Jahr durch WHIPLASH bekannt geworden,  erweist den schönsten Musikfilmen Hollywoods seine Referenz. Wer Los Angeles, Musicals und Jazz mag, fühlt sich bei dem Film wie auf Wolke Nummer 7. Und gibt es einen schöneren Zustand als diesen, um 2017 zu beenden?

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Wer nach LA LA LAND wieder unsanft auf den Boden der Tatsachen gelandet ist, kann vom Passagekino weiter in die Cinémathèque in der naTo ziehen und sich nochmals dem Weihnachtsalltag entziehen; um 19:30 Uhr läuft dort ebenfalls am 26.12. Jim Jarmuschs neustes Meisterwerk PATERSON (Jim Jarmusch, USA 2016). Ansonsten kann man den Film um 20:15 Uhr auch in der Kinobar Prager Frühling zu sehen bekommen.

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Der frisch renovierte Regina Palast zeigt über Weihnachten ALLIED. Tickets dafür sind auch online und per Mail zu erwerben.

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Am letzten Kinotag des Jahres entführt der Leipziger Cinestar nach Berlin; um 17:00 Uhr wird  Berliner Philharmoniker – Das Silvesterkonzert live übertragen.

Ich wünsche Euch angenehme Feitertage, gutes Kino (ob nun in Leipzig oder anderswo) und alles Gute für 2017.


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Happy Disney Day!

von cinemaclaco

In einer anderen Welt, ja vermutlich auf einem anderen Planeten, wurde am heutigen Tag Walt Disney geboren. Happy Disney Day, indeed. And good news: Am 29. Dezember zeigt das Museum für Musikinstrumente im Grassi eine Mickey Mouse Matinée. Komische, berührende, slapstick-auf-die-Schenkel-klopfende und abwechslungsreiche 60 Minuten begleitet Richard Siedhoff Mickey Mouse Kurzfilme aus dem Jahr 1933.

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Hinter jedem bekannten Mann steht eine starke Frau. Nach diesem Muster funktionierte auch die Ehe von Lilian und Walt Disney. Wenn er komische Einfälle hatte, inspirierte sie ihn zu wirklich guten Ideen z.B. zum Namen der berühmtesten aller Disneycartoonfiguren: Mickey Mouse. Die Maus mit den übergroßen Ohren stolperte im November 1928 zum ersten Mal über die Leinwand und von einem Fettnäpfchen ins nächste. Immer wieder half Minnie Mouse ihm aus der Patsche.

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 Mickey Mousefilme erfreuten sich sofort größter Popularität. Die kurzen animierten Filme kamen von Anfang an als Tonfilme in die Kinos. Da sie von Musik leben, die ihnen Rhythmus, Energie und Witz verleihen, bieten sie sich hervorragend an, um im Kinoorgel live Programm mit Livemusik aufgeführt zu werden. Mickey-Mousing nennt man im Fachjargon eine Filmmusiktechnik, bei der das Geschehen auf der Leinwand punktgenau akzentuiert wird.


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GESEHEN: LEA

von cinemaclaco

Laut der IMDb handelt es sich bei dem italienischen Film LEA (Marco Tullio Giordana, Italien 2015) überraschenderweise um eine Fernsehproduktion. Wenn ich an italienisches Fernsehen und den Sender RAI denke, dann fallen mir zuerst solariumsgebräunte Moderatoren umringt von langbeinigen Blondinen ein. Wie gut, dass mich diese Assoziation nicht von einer Stippvisite bei cinema!italia! abgehalten hat.

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LEA, der untypischste aller in letzter Zeit produzierten Mafiafilme, basiert nicht nur auf wahren Begebenheiten sondern auch auf einem sehr genau erarbeiteten Drehbuch. Wie es die Narration klassisch erzählter Filme will, werden die zwei Pfeiler der Leidensgeschichte von Lea Garofalo bereits in den ersten Minuten der Laufzeit verdeutlicht: Geld, finanzielle Engpässe und pekuniäre Abhängigkeiten als auch familiäre Verstrickungen  in die Mafia bestimmten die Biographie von Lea. Wir sehen zunächst eine Frau, die sich nichts, auch nicht einen Spaziergang nahe des Headquarters der ‚Ndrangheta, verbieten lassen will und sich dennoch vor dem patriarchalischen Verhalten ihres Bruders beugen muss. Sie verlässt das Feld, jedoch nicht ohne einem der Wachmänner ordentlich Paroli geboten zu haben. Diese junge Frau hat wenig Perspektiven und weiß wenig mit ihrer Zeit anzufangen. Sie liebt es Geld in der Spielhalle auszugeben. Weil sie 100 Lire zum Verzocken braucht, lässt sie sich auf einen Mafiosi und Dealer ein. 100 Lire entsprechen knapp 50 Euro. Mitgefangen, mitgehangen.

Wie Vanessa Scalera LEA verkörpert, ist faszinierend anzusehen. Sie spielt LEA als Löwin, die trotz ihrer Unterschicht-Herkunft (abzulesen an Körperhaltung, Kleidung, magerer Erscheinung), ihres kehligen Italienischs und ihrer ordinären Ausdrucksweise Autorität gebietet und Stolz besitzt.  Als junge Mutter versucht LEA den patriarchalen Strukturen, dem gewalttätigen Partner in ein selbständiges Leben zu entfliehen. Die gesellschaftlichen Strukturen und das mangelnde Geld werden dies verhindern. Der Film markiert die einzelnen Stationen von Leas Passionsweg. Einer jeden werden Landschaftsaufnahmen von der jeweiligen Region vorangestellt. Dieses Verfahren dient nicht nur der Orientierung; vielmehr verdeutlicht es den engen Bewegungsradius und wie sehr sich LEA und ihre Tochter Denise zwischen Mailand und dem Dorf in Kalabrien im Kreis drehen.

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Etwas plakativ wurde LEAs Wandlung von der lebenslustigen, jungen zur selbstbewussten, berufstätigen Frau in das Department der Perückenmacher gegeben. Die junge kämpferische LEA hat eine Löwenmähne, die junge Mutter (alle Leas werden von Vanessa Scalera gespielt) leicht gelocktes Haar. Als ältere Frau trägt Vanessa Scalera einen glatten, halblangen Bob. Abgesehen von dem Fehlcasting für die Rolle von Leas Partner Carlo durch den Schauspieler Alessio Praticò ist der Film sehr gut und den Rollen entsprechend auch passend besetzt.

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Der Film, auch wenn fürs Fernsehen produziert, gehört auf die große Leinwand. Dass LEA so spannend und bewegend ist, liegt daran, dass die Mehrzahl der Klischees des Genres Mafiafilmen von Marco Tullio Giordana und seinen Ko-Drehbuchautoren nicht bedient wurden. Der Fokus liegt auf der Rolle der Frauen im Mafiasystem.

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Folglich wird der Schwerpunkt statt auf Blut und körperlicher Pression auf die Einschüchterungstaktiken und die symbolische Gewalt dieser, letztlich in ihren Mustern gefangenen, schwachen Männer gelegt. Wenn dann das Schlussbild eine lächelnde Vanessa Scalera zeigt, wird einem ganz eng ums Herz.

LEA (Marco Tullio Giordana, Italien 2015) läuft im Rahmen von cinema!italia! vom 08.12. bis 14.12. in Freiburg und Berlin.


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