GESEHEN: Στο Σπίτι – Sto Spiti

von cinemaclaco

Wie es der Originaltitel nahelegt, spielt die Handlung fast ausschließlich „zu Hause“. Den Lebensort bildet hier eine isoliert und doch malerisch gelegene Betonkonstruktion an der Küste unweit Athens. Für die georgische Haushälterin Nadja ist das geschmackvolle Domizil mehr als nur ein Arbeitplatz. Geschwächt von der brütenden Sommerhitze poliert sie das Glas, den Stein und den Stahl auf Hochglanz, welche die Kulisse für das unterkühlte Zusammensein von Evi, Iris und Stefanos bilden. Nadja fühlt sich emotional an die Frauen um Stefanos gebunden, hat sie doch für diese vor Jahren ihr eigenes Familienleben aufgeben. Als Gegenleistung gewährt man ihr Logis und Lohn jedoch keine Krankenversicherung. Wie unausbalanciert das Gefüge zwischen der Angestellten und ihren Herren ist, stellt sich dann in Zeiten der Wirtschaftskrise heraus. STO SPITI habe Karanikolas als ein Melodrama im ursprünglichen Sinn geplant. Douglas Sirk, der Meister des Weepies, definierte Melodramen, wie seinen Hollywoodfilm IMITATION OF LIFE, als „Dramen mit Musik“. Doch von Sirks Vorbild merkt man in diesem stilvoll inszenierten, die Lichtschattensymbolik überstrapazierenden Drama leider wenig. Dafür hat Athanasios Karanikolas dritter Spielfilm andere Stärken und die liegen vor allem in der großen Genauigkeit der Beschreibung von Machtverhältnissen zwischen den sozialen Schichten. Sehenswert!

STO SPITI (OmU) läuft heute Abend um 19:00 im Rahmen von Off Europa: Theater Kunst Griechenland in der Cinémathèque am Leipziger Südplatz.


© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb

 

 

Veranstaltungstipp: FKM 2017

cinemaclaco

FKM? Die Filmkunstmesse (FKM) findet seit 2001 in Leipzig statt und ist ein Europaweit einmaliges Treffen für Filmemacher, Verleiher und Filmliebhaber. Wo kommen die Cinephilen denn schon alle zusammen und v.a. miteinander ins Gespräch? Denn dieses Branchentreffen bietet für alle etwas! Tagsüber gibt es Workshops für Kinoleiter und abends besteht für passionierte Kinogänger  die Möglichkeit Filme weit vor Bundesstart zu sehen, den geladenen Gästen Fragen zu stellen und darüber hinaus noch die Chance mittels Umfragebogen Kinojahreskarten oder ähnliches zu gewinnen.

Mit 72 Filmen zeigt die Filmkunstmesse wieder einen großartigen Querschnitt durch das deutsche, europäische und unabhängige amerikanische Kino.

Bereits zur Eröffnung am Montag, den 25.09.2017 steht ein Highlight auf dem Spielplan: In der öffentlichen Vorführung stellt Regisseur Miguel Alexandre gemeinsam mit seinem Darsteller Josef Hader ARTHUR & CLAIRE (20:00 Uhr im Universum der Passage Kinos) vor.

Vier Filme vom Festival in Cannes, darunter der Gewinner der goldenen Palme THE SQUARE von Ruben Östlund, mehrere Wettbewerbsbeiträge aus Venedig, darunter der Dokumentarfilm HUMAN FLOW von Ai Weiwei und frisch vom Lido SUBURBICON von George Clooney, sechs Filme von der Berlinale und Beiträge aus Sundance und Locarno runden das hochkarätige Programm ab. Immerhin 15 Filme kommen aus Deutschland und deutlich mehr aus Frankreich.

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Wie schon in den letzten Jahren werde auch ich wieder Filmgespräche moderieren und meine Freude an den Antworten der charmanten Gäste haben. (Sh. Bild von der FKM 2013) Wir sehen uns also! Wo? Mit Sicherheit im Kino!


© der Film- und Personenbilder bei der AG Kino – Gilde e.V.

Veranstaltungstipp: MOVING HISTORY

von cinemaclaco

Als wäre es gestern gewesen. Ich erinnere mich noch genau an den geschockten Gesichtsausdruck des Vorsitzenden vom Prüfungsausschuss als ich ihm das Thema meiner Abschlussarbeit vorstellte. Dann sagte er, dass eine Arbeit über die RAF in DaF unmöglich sei. Reimt sich ein bisschen, stimmt aber überhaupt nicht.

In Potsdamer Filmmuseum findet vom 20.- 24. September ein Filmfestival zum Thema historische Filme statt.  Moving History widmet sich Geschichtsthemen und ihrer Überführung in aktuelle Kino- und Fernsehfilmproduktionen. Ein Fokus liegt auf der  medialen Geschichte der Roten Armee Fraktion. So ähnlich lautete damals der geplante Arbeitstitel meiner wissenschaftlichen Arbeit. Wie diese Geschichte ausging, ist schnell erzählt. Noch am selben Tag wechselte ich mein Hauptfach und befasste mich mit fortan dem Savoir Vivre und den angenehmen Dingen des Lebens namentlich dem kulinarischen Film französischer Provenienz. Bei Gelegenheit poste ich daraus mal Auszüge.

MOVING HISTORY findet im Institut der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF statt. Die exakte Adresse lautet: Breite Straße 1A, 14467 Potsdam.

Der Eintritt kostet am Wochenende 15€.


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