MEMENTO. MORI 46

von cinemaclaco

CLAUDE SAUTET (23.2.1924 – 22.7.2000)

Zunächst nahm Claude Sautet ein Studium der Malerei und Bildhauerei auf, dann wechselte er zur Pariser Filmhochschule IDHEC (La Fémis). Neben seiner Tätigkeit als Jazzkritiker arbeitete er als Regieassistent; später war er als Fernsehproduzent und Drehbuchautor tätig. Sautet schrieb nicht nur die Skripte für seine eigenen Filme sondern war zugleich Paris’ gefragtester Drehbuchdoktor, also der Mann, an den man sich wandte, wenn man im Skript steckengeblieben war, jedoch die Produktion schon in trockenen Tüchern hatte. Sautet schrieb um und wurde dafür nicht in den Credits erwähnt.

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Nachdem er solide zwei Genrefilme gedreht hatte, fand Sautet 1970 mit DIE DINGE DES LEBENS sein Thema und wichtiger noch seinen eigenen Stil. Mit Romy Schneider und Michel Piccoli als Liebespaar besetzt, ist der Film eine Liebesgeschichte und zugleich eine überzeugende Studie der französischen Lebensart des Mittelstandes dieser Zeit. In allen folgenden Filmen Sautets ist seine Freude am geselligen Zusammensein, seine Vorliebe für Bistros und Cafés und die nüchterne Beobachtung von Vorgängen und Ereignissen eingeflossen. Romy Schneider ermöglichte er mit diesen Filmen eine erfolgreiche Karriere in Frankreich, wo sie dank der Rolle in DAS MÄDCHEN UND DER KOMMISSAR zum Inbegriff der modernen Frau avancierte und das süßliche Image als Sissi hinter sich lassen konnte. 1978 erhielt Sautet einen Oscar für EINE EINFACHE GESCHICHTE, ein Film in dem Romy Schneider erneut mitspielte.

Unsere Empfehlung: DIE DINGE DES LEBENS (Frankreich/Italien/Schweiz 1970)


© der Film- und Personenbilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb und Arne Reimer

MEMENTO. MORI 45

von cinemaclaco

WILLIAM WYLER (1.7.1902 – 27.7.1981)

Willi Wyler wurde im elsässischen Mülhausen geboren. 1920 stellte ihm dort seine Mutter einem Cousin der Familie, dem in im Urlaub verweilenden Carl Laemmle vor, der als Chef der Universal Studios tätig war. Bei Universal verbrachte William Wyler seine Lehrjahre und seine Gesellenzeit. Als Wyler 1935 Universal verließ, begann er seine zweite Karriere für den unabhängigen Produzenten Samuel Goldwyn, für den er seine großen klassischen Filme ZEIT DER LIEBE und DIE BESTEN JAHRE UNSERES LEBENS drehte. Für Warner führte der Unabhängige Regie bei JEZEBEL – DIE BOSHAFTE LADY sowie DAS GEHEIMNIS VON MALAMPUR und für MGM den wunderbaren Film MRS. MINNIVER.

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Wyler drehte oft Filme über Menschen, die sich wohlfühlen in ihrer Umgebung, die sich aufgehoben glauben unter Freunden und Bekannten und dann von einem Tag auf den anderen aus allen Träumen herausgerissen werden. Wyler bringt amerikanische Träume ins Wanken. Auch DIE BESTEN JAHRE UNSERES LEBENS ist ein bitterböser Kommentar zur Situation der US-Nachkriegsgesellschaft. In den 50er Jahren drehte er dann eher Unterhaltsames, wie EIN HERZ UND EINE KRONE (Vorlage zu NOTTING HILL) und BEN HUR. Wyler erhielt für seine Regie 3 Oscars für die Filme MRS. MINNIVER, DIE BESTEN JAHRE UNSERES LEBENS und BEN HUR.

UNSERE FILMEMPFEHLUNG: DIE BESTEN JAHRE UNSERES LEBENS (USA 1946)


© der Film- und Personenbilder bei Terry O’Neill und Arne Reimer