MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER: Grenzwertiger Humor

by cinemaclaco

Die Verneuils sind ein katholisches Paar, das in Frankreich und doch hinter dem Mond lebt. Dass ihre Töchter Männer anderer Religionen heiraten, stellt sie vor ungeahnte Herausforderungen. Unlustige Komödie mit Tendenz zur Lebenszeitverschwendung.

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Was passiert da nur im cinephilen Frankreich? Komödien, die Lokalpatriotismus thematisieren, sorgen seit einer Weile im Hexagone für Besucherrekorde. Willkommen bei den Sch’tis und Nichts zu verzollen wurden in Deutschland mit Versprechungen à la „20 Millionen Franzosen können sich nicht irren“ vermarktet. Immerhin 11 Millionen Zuschauer fand Monsieur Claude und seine Töchter bis Sommer 2014 jenseits des Rheins. Humor als Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses macht dann aber doch an der Landesgrenze halt. Die bemühte Komödie handelt von einem katholischen Ehepaar, das die Welt in Blau-Weiß-Rot sieht, De Gaulle nachtrauert und zu Charles Trenets La douce France angelt. Für die 4 Töchter (Typ: Spielerfrau, Model, Künstlerin und Karrierefrau) erhofft man nichts sehnlicher als eine standesgemäße Hochzeit in der Dorfkirche. Mit einem Katholiken selbstverständlich; aber wo die Liebe hinfällt … Nicht nur bei der Partnerwahl bedient der Film jedes plumpe kulturelle Klischee.

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Monsieur Claude hat natürlich seine feste Meinung zu Themen wie Beschneidung, asiatischer Küche und Integration. Alle reißen Witze über andere Völker, spielen Fremdes gegen Eigenes aus, und nein sind üüüberhaupt nicht rassistisch. Bei dem Weltbild verwundert es nicht, dass Nicolas Sarkozys bester Freund, der Asterix-Darsteller Christian Clavier (oberes Photo), dem Film als Patriarch vorsteht und auch nicht, dass er in einer Ästhetik gedreht ist, die an „c’est bon, Géramont“-heile-Welt-Käsewerbung erinnert, zudem ist Monsieur Claude und seine Töchter eine Aneinanderreihung von Zoten, schlechten Witzen und erwartbaren Standardsituationen. Ermüdend wird an fast jeden Satz „war ein Witz“, „so ein Spaß“ oder „das war ein Scherz“ gekoppelt.

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Das Publikum hat dabei jedoch wenig zu lachen und ihm bleibt nur ein Ausruf der Verwunderung, die dem französischen Originaltitel Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu? ähnelt. Was haben wir nur verbrochen, um solche Filme im Kino sehen zu müssen?

© der Bilder beim jeweiligen Studio/Vertrieb



 

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